Süße Leckereien gehören zur Weihnachtszeit wie der Weihnachtsbaum und die Geschenke. Beim Schlemmen auf der Couch ist die Versuchung groß, auch dem sehnsüchtig dreinschauenden Hund etwas Schokolade abzugeben. Doch damit tun Besitzer ihren Lieblingen keinen Gefallen: Im besten Fall setzt der Hund einfach nur fett an, im schlimmsten Fall zieht er sich eine lebensbedrohliche Vergiftung zu.
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Warum Schokolade für den Hund gefährlich ist
Der Hintergrund: Kakaobohnen enthalten Theobromin (ein Wort, das sich ironischerweise aus dem Griechischen ableitet und so viel wie Götterspeise bedeutet), das eng mit Koffein verwandt ist. Der Mensch kann Theobromin mühelos verdauen und empfindet den Konsum sogar als anregend, doch der Darm des Hundes kommt damit gar nicht klar. Er braucht Stunden, um Theobromin zu verdauen und dieser Zeit entwickeln sich Toxine, die zu Vergiftungserscheinungen führen. Wie stark die Vergiftung ausfällt, hängt von der Größe des Hundes und von der Art der Schokolade ab. Bei einem Yorkshire Terrier, kann schon eine geringe Menge Zartbitterschokolade (mit hohem Theobromin-Gehalt) tödlich sein, während dem Schäferhund eine halbe Tafel Milchschokolade (mit geringerem Theobromin-Gehalt) nichts ausmacht.
Je dunkler die Schokolade, umso höher der Theobromin-Anteil. Während über das Jahr verteilt vor allem Milchschokolade gefragt ist, steigt gerade zur Vorweihnachtszeit der Konsum dunkler Schokolade, mit der Weihnachtsgebäck wie Spritzgebäck, Kekse, Baumkuchen, Printen und vieles mehr überzogen ist.
Wie lässt sich eine Schokoladenvergiftung erkennen?
Hat der Hund Schokolade gefressen, zeigt er die üblichen Symptome einer Vergiftung wie Unruhe, Nervosität, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe oder Atembeschwerden. Da es 12 bis 24 Stunden dauern kann, bis die ersten Symptome auftreten, bringen viele Menschen sie nicht mit der z.B. am Vorabend verzehrten Schokolade in Zusammenhang. Als Erste Hilfe-Maßnahme sollten dem Hund vorrätige Kohle-Tabletten gereicht werden. Die Aktivkohle bindet die Giftstoffe im Magen und sorgt dafür, dass sie über den Darm ausgeschieden werden. Anschließend sollte der Hund möglichst schnell zum Tierarzt gebracht werden. Dabei ist es hilfreich zu wissen, was der Hund konkret gefressen hat, sodass der Tierarzt weiß, welche Mengen Theobromin konsumiert wurden.
Hier finden Sie unseren Schokoladen-Rechner. Prüfen Sie, ob mögliche Gefahr besteht und suchen Sie auf jeden Fall eine Praxis in Ihrer Nähe auf. Wir helfen Ihnen gerne weiter.
Wie lassen sich Schokoladenvergiftungen verhindern?
Generell sollte der Hund erst gar keine Schokolade bekommen. Kommt zu Weihnachten Besuch, sollten die Gäste über die Gefahr informiert und gebeten werden, dem Hund nichts zu füttern. Soll er nicht ganz leer ausgehen, während die Zweibeiner schlemmen, kann er artgerechte Hundekekse oder andere gesunde Leckerli erhalten. Bitte keine Hundeschokolade kaufen – der Hund kann nicht erkennen, wann es sich um für ihn ungefährliche Hundeschokolade (mit geringem Kakaoanteil) handelt und wann um normale Schokolade.
Hat er die Schokolade einmal als Leckerei erkennt, wird er kaum noch vor normaler Schokolade haltmachen. Gerade zu Weihnachten stehen Süßigkeiten oft offen herum, zum Beispiel im klassischen Weihnachtsteller oder als Dekoration am Baum. Darauf muss niemand ganz verzichten, doch es sollte stets darauf geachtet werden, dass der Hund nicht daran kommen kann. Baumdeko sollte also im oberen Teil des Baums aufgehängt werden und der Weihnachtsteller auf der hohen Kommode stehen und nicht auf dem niedrigen Wohnzimmertisch.
Übrigens gibt e noch andere weihnachtliche Leckereien, die dem Hund gar nicht bekommen, z.B. Bittermandeln, Macadamia-Nüsse und Rosinen. Die beliebte Trauben-Nuss-Schokolade oder mit Schokolade überzogene Macadamia-Nüsse ergeben daher für Hunde einen gefährlichen Giftcocktail und sollten unbedingt vermieden werden.
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